Rope in Space

Rope in Space
Konzept: Ars Electronica Futurelab
Realisiert durch die voestalpine Lehrwerkstätte und dem Institut für Systemsoftware der JKU Linz sowie durch die freundliche Unterstützung von Festo GmbH und Land Design Studio Ltd.
Thema: Progress
Ort: Architekturzentrum Wien (MQ)

Die Installation „Rope in Space“ ist eine Weiterentwicklung von „Tug of War“, einem früheren Projekt des Ars Electronica Future Labs in Zusammenarbeit mit Land Design Studio Ltd (UK) für die Play Zone des Millennium Dome in London. Bei „Tug of War“, was auf Deutsch Seilziehen heißt, handelte es sich um eine interaktive Installation bei der eine Person gegen einen Computergegner Seilziehen konnte. Die Spieler/innen waren über ein reales Seil sowie entsprechender Sensorik und Pneumatik mit dem Computer verbunden. Auf einer Leinwand stand einem schließlich der virtuelle Herausforderer in Lebensgröße gegenüber.

Im Rahmen des Projekts „80+1 Eine Weltreise“ wurde das Projekt „Tug of War“ nun zum telematischen Seilziehen „Rope in Space“ weiterentwickelt. So steht einem nun nicht mehr ein virtueller Herausforderer gegenüber sondern eine reale Person. Diese Person zieht allerdings nicht am gleichen Seil, sondern an einem Seil an einem anderen Ort. Diese beiden Seile sind virtuell miteinander verbunden.

Die Force-Feedback-Technik basiert genauso wie beim früheren „Tug of War“ auf einem realen Seil, das an einem Pneumatik-Zylinder montiert ist, welcher mit Sensorik zur Messung von Weg und Kraft ausgestattet ist. Die Kraft mit der ein/e Spieler/in am Seil zieht wird von der Sensorik erfasst, über Computer und Internet zum zweiten Ort der Installation übertragen und am dortigen Zylinder ausgeübt. Umgekehrt passiert genau das gleiche. So kommt es über das Seil zu einer Interaktion und einem spielerischen Kräftemessen zwischen den beiden Spieler/innen. Die Interaktion findet allerdings nicht nur über das Seil und dem Kräftemessen statt, sondern auch über eine Audio- und Videoverbindung. So steht man dem Herausforderer über einen Screen unmittelbar gegenüber bzw. hat man die Möglichkeit mit der Person am anderen Ort in einen Dialog zu treten.

Befindet sich an einem der beiden Orte keine Person vor der Installation, so wird am Screen zum Mitmachen beim Seilziehen aufgefordert. Hält nun an beiden Orten ein/e Spieler/in das Seil in der Hand, gibt es einen Countdown mit Startsignal und der Wettstreit kann beginnen. Am Screen ist auch eine Skala eingeblendet, auf der die Spieler/innen die aktuelle Position des Seils sehen können. Wurde schließlich ein/e Spieler/in über die Grenze gezogen, so erscheint ein Winner- bzw. Loser-Screen am jeweiligen Ort.

Die beiden Orte von „Rope in Space“ sind bei „80+1 Eine Weltreise“ Linz und Wien. In Linz befindet sich die Installation im Basislager von 80+1, in Wien wurde vor dem Zoom Kindermuseum ein Container mit eigenem Branding errichtet.

Die größten Herausforderungen beim Projekt waren, eine möglichst verzögerungsfreie Datenübertragung sicherzustellen und die Kraft der realen Spieler/innen möglichst realitätsgetreu am jeweils anderen Zylinder wiederzugeben.

Der an „Tug of War“ angelehnte pneumatische und elektrische Aufbau der Installation wurde von der Lehrwerkstätte der voestalpine  durchgeführt. Diese entwickelten auch eine für Transporte geeignete Bauweise und eine spezielle Beschwerung des Aufbaus, damit die Installation nicht im Boden verankert werden muss. Die Programmierung führte das Institut für Systemsoftware an der Johannes Kepler Universität im Rahmen einer Bachelorarbeit durch. Die Firma Festo GmbH stellte die pneumatischen Bauteile zur Verfügung. Technisch begleitet wurde das Projekt vom Ars Electronica Future Lab.

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